Waldhof am Bogensee (Landsitz Joseph Goebbels), DE

Beschreibung

Nachdem Joseph Goebbels die Blockhütte am Bogensee nicht mehr genügte, ließ er noch 1939 nach einem Entwurf von Heinrich Schweizer und des Architekten Hugo Constantin Bartels ein neuen Landsitz errichten. Dieser sollte am nordwestlichen Ufer entstehen. 1

Der Waldhof am Bogensee war in U-Form aufgebaut, hatte ein Walmdach und fußte auf einem Natursteinsockel. Es beinhaltete 30 Zimmer auf einer Fläche von 1600 m². Zudem hatten die dem See zugewandten Zimmer, versenkbare Fenster. Das ganze Anwesen war bereits mit einen kaum sichtbaren Klimaanlage ausgestattet und besaß ein eigenes Wasser- und Klärwerk. Neben einem Zimmer mit zwei Kaminen, war natürlich auch ein Kino eingebaut. Im Außenbereich befand sich auf der Vorderseite ein repräsentativer Eingang mit Kunstgegenständen und auf der Rückseite eine große Terrasse. Zum Waldhof kamen noch ein Wirtschaftsgebäude und ein Gästehaus mit Besprechungszimmer. Ebenfalls waren dort die SS-Wachmanschaften untergebracht. 1

im Jahr 1942 verkaufte Goebbels das Anwesen am Bogensee an die Cautio Treuhand GmbH, nutzte es aber weiterhin. Zwischen 1943 und 1945 diente es zudem als Wohnsitz der Familie Goebbels. 1944 erhielt die Anlage noch einen Hausbunker. 1

Das Gelände am Bogensee wurde während der Schlacht um Berlin Ende April 1945 von Truppen der Roten Armee besetzt und für ca. 10 Monate als Lazarett genutzt. Das Gelände wurde am 27. Februar 1946 verlassen und Anfang März an den Provinzialjugendausschuss der DDR übergeben.  1

Der Waldhof wurde später im Rahmen der folgenden FDJ-Jugendhochschule, vorerst als Jugendleiterschule genutzt. Im Landhaus wurde ein Kindergarten, ein Friseur und eine Konsum Verkaufsstelle eingerichtet. Auch der Direktor und Verwaltungsleiter der Jugendhochschule, wurde hier untergebracht. 1980 wurde ein Restaurant für repräsentative Zwecke im Objekt eingerichtet. 1

Die Jugendhochschule und somit auch der ehemalige Waldhof wurden nach der Wende von der Treuhandanstalt abgewickelt und gingen wieder in das Eigentum des Landes Berlin über. 1990 wurden hier einige Konferenzen geführt. Der Waldhof steht seit dem größtenteils leer. Die Gebäude der Jugendhochschule wurden noch bis 1999 nachgenutzt. Ein Gebäude diente auch als Hotel. 1

Aktuell wird der Abschluss eines langfristigen Pachtvertrages angestrebt angestrebt. Dies gestaltet sich aber schwierig, da der gesamte Komplex genutzt werden soll und zudem bestimmte politische Gruppierungen außen vorgehalten werden sollen. 1

Kommentar

Ein schöner Bau mit damals sehr moderner Einrichtung. Wo gab es 1939 schon eine Klimaanlage? Leider konnte ich das Gebäude nur von Außen besichtigen. Es gibt wohl Möglichkeiten die FDJ-Hochschule zu besichtigen, jedoch sagt mir der Anbieter nicht zu, da dieser maximal Gewinnorientiert arbeitet und nur zu diesem Zweck hier ist.

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