Nationalpolitische Erziehungsanstalt Anhalt

BEZIRKSPARTEISCHULE „WILHELM LIEBKNECHT“


Ballenstedt, Deutschland

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Beschreibung

Im Jahr 1936 wurde der Grundstein für die Nationalpolitische Erziehungsanstalt Anhalt auf dem Ziegenberg in Ballenstedt gelegt. Sie war zudem der einzige Neubau von insgesamt 39 Internatsoberschulen, welche im Dritten Reich gegründet wurden. 1943 begann der Schulbetrieb. 1

Die Gebäude wurden von Regierungs- und Baurat Kurt Ehrlich aus Ballenstedt geplant. Zum Umfang gehören fünf Gebäude, welche um einen 140m x 90m breiten Appellplatz angelegt wurden. Die Lehr- und Wirtschaftsgebäude bildeten die Nord-Süd-Anschlüsse. Die zwei Siegrunenförmigen zweistöckigen Internatsgebäude schlossen jeweils an einer Längsseite des Platzes ab. Die Unterrichtsräume waren alle zum Appellplatz ausgerichtet. Alle Gebäude (bis auf das Pförtner Gebäude) waren mit Wandelgängen verbinden. Der 36 Meter hohe Glockenturm am Lehrgebäude des Schulkomplexes war eigentlich nicht geplant, wurde jedoch angeblich auf Geheiss Adolf Hitlers mit angebaut. Vermutlich geschah dies, um das Ballenstedter Schloss zu überragen und den Herrschaftsanspruch des Nationalsozialismus klar auszudrücken. Der Turm war mit Glocken ausgestattet, es ist aber nicht überliefert, wann diese jemals benutzt wurden. Auch sonst war der Turm eher Beiwerk und nutzte eher der Aussicht als einer Funktion. Die Villa Koch, welche sich bereits auf dem Gelände befand, fungierte ab April 1943 als Heim III und war mit 80 Jungmannen belegt. – Bereits 1945 wurde der Schulbetrieb in Folge des verlorenen Zweiten Weltkriegs eingestellt. Bis dahin gab es 350 Schüler, welche hier ausgebildet wurden. 1

Mit der Wandlung Ostdeutschlands zur Deutschen Demokratischen Republik, nutzte die Sozialistische Einheitspartei Deutschlands (SED) das Areal als Landes- und später als Bezirksparteischule. Die SED-Bezirksparteischulen hatten die Aufgabe, Nachwuchskräfte ideologisch zu potenziellen Führungskräften im DDR-Partei- und Staatsapparat auszubilden. 1

Wieder wurde Kurt Ehrlich erneut beauftragt,  dass Objekt Um- bzw. auszubauen. Der Appellplatz wurde mit Koniferen bepflanzt. Die unterschiedlich großen Unterrichtsräume wurden je nach aktuellen Nutzungsanforderungen mehrfach umgebaut und modernisiert. Der Turm Richtfunk-Antennen. Die ehemalige Anstalt wurde so zur Bezirksparteischule Wilhelm Liebknecht1

Die geografische Nähe zur Bundesrepublik Deutschland führte 1966 zur Einbindung der Bezirksparteischule in das Sicherheitssystem der DDR. Aus dem Kreis der Parteischüler wurde ein Kampfgruppen-Bataillon gebildet. Das Gelände wurde  eingezäunt, ein Wachdienst patrouillierte auf dem Gebiet. Zudem entstand eine Waffenkammer mit Infanteriewaffen, Handgranaten und Fla-MGs für 250 Kämpfer eingerichtet. Die Villa bzw. das ehemalige Heim III wurde 1970 zum Klubhaus umgebaut. Ebenso wurden im selben Jahr zwei Plattenbauten als Internatsquartiere errichtet. Von nun an lernten und wohnten gleichzeitig bis 600 Kursteilnehmer im Objekt. Ab 1979 bis 1989 wurden auch Studenten aus Äthiopien und dem Sudan geschult. 1

Mit der Wende und dem Zusammenschluss von DDR und BRD endete der Betrieb als Parteischule. Von 1956 bis 1989 absolvierten bis dahin mehr als 16.000 SED-Parteimitglieder die einjährige Lehrgänge. Das Gelände wurde von der Stadt Ballenstedt übernommen. Der neu gegründete Schulzentrum schloss jedoch bereits 1991 und ging an die Treuhand. Kurz danach zog die Fachhochschule für öffentliche Verwaltung des Bundeslandes Sachsen-Anhalt ein. Diese blieb bis 1995. Die Gebäude wurden unter Denkmalschutz gestellt. Das Lehrgebäude mit dem markanten Turmhaus wurde an einen Österreichischen Investor verkauft. Die restlichen Gebäude sind weiterhin im Besitz der Stadt. Der ehemalige Speisesaal wird mittlerweile als Sporthalle genutzt und entsprechend umfunktioniert. 1

Ende 2018 gingen die in der Stadt befindliche Liegenschaft an Chinesische Investoren. So ist ein Zentrum für Traditionelle chinesische Medizin, Kampfkunst und Kultur geplant. Das Lehrgebäude ist davon aber nach wie vor ausgenommen. 1

Meinung

Die „Napola“ liegt schon fast ein Jahrzehnt auf meiner Festplatte. Doch als das Objekt später demoliert wurde, blieb es auch dort und schlummerte vor sich dahin. Nun ist es verkauft worden und damit wird es hoffentlich wieder aktiv genutzt werden. Somit konnte der Beitrag endlich seinen Weg in die Datenbank finden.

Für mich ist das Objekt etwas ganz besonderes. Stellt es doch einen Wendepunkt auch in meiner Geschichte dar. Zudem hat an dem Tag alles gepasst: Tolles Winterwetter, gute Freunde die mit dabei waren und schöne Bilder. Was will man mehr?

Das Menschen gern zerstören… und sei es nur, damit andere nicht mehr so schöne Orte entdecken können, steht auf einem anderen Blatt. Hier bleibt mir nur ein „Schämt euch“! Es ist einer der Gründe, weshalb nicht mehr in as-sozialen Netzwerken aktiv bin, wo Neid und Missgunst hinter der freundlichen Fassade regieren.

Ich freue mich auf Ergänzungen und Kommentare  zum Thema.

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