Neues Lager

Königsbrück, Deutschland

Beitragsbild

Beschreibung

Am 18. März 1907 wurde der Bau eines nördlich von Königsbrück gelegenen Truppenübungsplatzes „Neues Lager“ vom Reichstag genehmigt. Das 12. Armeekorps war der erste Nutzer 4.588ha großen Geländes. 1

Es entstanden in den ersten vier Jahren viele Einzelgebäude. Wellblechbaracken, drei Wirtschaftsgebäude, Badehaus, Baracken für Mannschaften und zwei Wellblechbaracken für Pferde. Die Wasserversorgung wurde durch ein eigenes Wasserwerk sichergestellt. Ebenso wurde das Gelände elektrifiziert, mit Beleuchtung und Telefonanschlüssen versehen (Übersichtskarte unten). Was wenig bekannt war, dass für diesen Bau die Dörfer OtterschützQuosdorf und Zietsch dafür weichen mussten. 1

Im ersten Weltkrieg wurde das Lager zudem als Kriegsgefangenenlager aus Russland, Serbien, Italien und Frankreich genutzt. 1928 wurde ein Sportplatz, die sogenannte „Erler Kampfbahn“ errichtet. 1

1936 wurde das Lager erweitert. Unter anderem erfolgte der Bau einer Schwimmanstalt und ausgedehnte Übungsgelände. Dafür mussten weitere sieben Dörfer müssen dem Übungsplatz weichen. Deren Namen waren: Bohra, Krakau, Naundorf, Rohna, Sella, Steinborn und Zochau. Auch der Ort Naundorf war dabei, dieser Ort wurde jedoch nach dem Krieg ausgegliedert und neu besiedelt. 1

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Lager von Sowjetischen Truppen übernommen und fortan genutzt. 1967 wurden unter anderem wurden hier neue Gebäude wie z.B. Raketenbunker, Unterkünfte in Plattenbauweise und Kfz- und Panzerhallen gebaut. 1984 wurde die 11. Raketenbrigade hier stationiert. Mir Ihr folgte das Waffensystem Totschka, welches ein mobiles Raketensystem war, mit einer Reichweite von bis zu 120km punktete und zudem nukleare Gefechtsköpfe mit 50 Kilotonnen TNT Sprengkraft beinhaltete. 1

Im Dezember 1987 vereinbarten die Sowjetunion und die USA nach langen Verhandlungen, die beiderseitigen nuklearen Mittel- und Kurzstreckenraketen abzurüsten. Es entstand der sogenannte INF-Vertrag. So wurde 1988 unter anderem die Rückführung der 11. Raketenbrigade vereinbart. Diese zog Gombori in der damaligen Georgischen Sowjetrepublik um. 1

Nach der Wende wurde der vollständige Abzug bis 1992 vollzogen. 1994 finden wurde das Gelände gesichert. Erste Räumarbeiten fanden statt. 1999 begann der Sektionsweise Abriss vorhandener Bauten.  So wurde im März die Panzer- und Raketenreparaturenhalle gesprengt. Es folgte der große Schornstein an der Grünmetze. Viele weitere Teile folgten und wurden durch Solaranlagen ersetzt. Ende 2014 schließlich, werden alle viele historische Gebäude, bis auf die Kaserne Arbeits- und Wachkommando und das Kasino abgerissen. 1

Kommentar

Leider habe ich bei unserem ersten Besuch 2013 nicht mehr alle Objekte sehen können, da diese schon abgerissen waren. Dennoch bot das wirklich riesige Gelände einiges zum Entdecken an. Ich habe eine grobe Karte im Overlay erstellt, um einen kleinen Überblick zu schaffen. Wenn ich mehr Informationen bekomme, werde ich die Karte ggf. ergänzen.

Was ist auf jedem Fall empfehlen kann, ist die Webseite des Geschichtsverein Truppenübungsplatz Königsbrück e.V. (siehe Quellen), diese ist sehr ausführlich und bietet auch noch einiges an Bildmaterial an.

Ich freue mich auf deine  Kommentare zum Thema.

Lageplan

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Übersichtskarte
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Neues Lager

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Wasserwerke

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Munitionslager

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Tanklager

5

Truppenübungsplatz

6

Schießstand

7

Munitionsdepots

8

Kfz-Hallen

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