Neues Jägerhaus

Grillenburg, Deutschland

Beschreibung

Von 1938 bis 1939 wurde im Auftrag der Landesforstverwaltung ein Neues Jägerhaus für Gäste des Sächsischen Jägerhofs errichtet. Die Residenz nutze auch intensiv der damalige Gauleiter Martin Mutschmann, welcher selbst ein leidenschaftlicher Jäger war. Nach den Luftangriffen vom 13. und 14. Februar 1945 auf Dresden befand sich im Neuen Jägerhaus bis Mai die provisorische Reichsstatthalterei. 1

Das Bauensemble, welches sich hinter dem Grillenburger Schloss auf einer Anhöhe befindet, umfasste neben dem Haupthaus zudem über einen Anbau mit Kegelbahn, Haus der Fahrbereitschaft, Hundezwinger, Garagen und einem Teich mit Bootshaus. Unter dem Haupthaus wurde zudem ein Luftschutzbunker eingebaut. Architekt der Objekts war der damalige Rektor der Technischen Hochschule Dresden Architekt Prof. Wilhelm Jost. Ausgeführt wurden die Arbeiten durch den Tharandter Baumeister Burkhardt und die Deutschen Werkstätten Hellerau. 1

Für die Innenarchitektur zeichnete sich Prof. Oswin Hempel verantwortlich. Der Innenausbau enthielt unter anderem eine Intarsienwand nach dem Entwürfen von Max Wendl welche 2009 in Teilen als verschollen gilt. Die meisten Räume sind in Holz vertäfelt und beinhalten einige Spruchbänder welche in die Holzbalken eingearbeitet sind. In den Obergeschossen setzt sich der Einsatz von Holzverkleidungen fort, jedoch mit wenig blumiger Anwendung. Der Dachboden ist nicht ausgebaut. Die Verbindung der Geschosse findet durch eine zentral gelegene Treppe statt. 1

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Haus als Heim Verfolgter des Naziregimes (VdN) „Elsa Fenske“ genutzt. Unter anderem diente es Leonid Breschnew aber auch Fidel Castro später Quartier. Der Bunker unter dem Haus wurde zudem ertüchtigt. Er sollte der Kreiseinsatzleitung Freital im Ernstfall dienen. 1

Nach der Wende wurde es noch bis 1993 als Pension Jägerhof von der Gemeinde Kurort Hartha genutzt. Danach wurde es 1994 dem Freistaat Sachsen zugesprochen, welcher es 2006 an die Stadt Tharandt vergab. Von 2006 bis 2011 war das Haus zudem an die Stiftung Musik Kunst und Natur aus Bannewitz verpachtet. 2012 gab die Stadt Tharandt die Immobilie an den Freistaat zurück. Seither sind die Gebäude ungenutzt. Trotz Sicherungsmaßnahmen wurden diverse Einbauten aus dem Objekt entwendet. 1

Mit Plänen von 2019 möchte die TU-Dresden hier eine Möglichkeit für Tagungen schaffen. Das davor liegende Jagdschloss soll dazu eingebunden werden. 1

Update 08. Mai 2016: Luftbilder hinzugefügt.

Update 08. Januar 2021: Winterbilder hinzugefügt.

Ich freue mich auf Ergänzungen und Kommentare  zum Thema.

Übersichtskarte

1
2
3
4
5
6
7
8
Übersichtskarte
1

Neues Jägerhaus

2

Kegelbahn

3

Bootshaus

4

Garagen

5

Fahrbereitschaft

6

Hundezwinger

7

Colmnitzer Tor

8

Jagdschloss

Kommentare

0 Kommentare

Hinterlasse einen Kommentar

An der Diskussion beteiligen?
Hinterlasse uns deinen Kommentar!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

= Quelle ist auf eine externe Webseite verlinkt. Es gilt der Haftungsausschluss .