Kraftwerk Plessa, DE

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Beschreibung

Anfang 1926 entschloss sich der 1910 gegründete Elektrizitätsverband Gröba zum Bau eines Spitzenlastkraftwerks, weil bis dahin nur ein Dieselkraftwerk zur Abdeckung von Lastspitzen und Störfällen zur Verfügung stand. Zudem wollte man von Fremdstrom unabhängig werden. 1

Für Plessa entschied man sich durch die nahe Lage zur Braunkohlengrube Agnes und der dazugehörigen Brikettfabrik der Plessaer Braunkohlenkraftwerke GmbH. Zudem verfügte der Standort über Bahnanschlüsse. Mit den Braunkohlengruben wurde ein langfristiger Liefervertrag von Rohbraunkohle abgeschlossen. Im Gegenzug würden diese künftig Strom aus dem neuen Kraftwerk beziehen. 1

So erhielt 1926 die Siemens-Schuckertwerke GmbH aus Berlin den Auftrag, dass Werk zu planen und zu bauen. Die projektierte Leistung sollte anfangs bei 8 Megawatt liegen und das Kraftwerk sollte jederzeit erweiterbar sein. 1

Die erste Etappe des Baus von 1926 bis 1928 umfasste den ersten Teil des Kraftwerks mit Verwaltungsgebäude, der Schaltanlage und einem 115,2m hohen Schornstein. Bereits im April 1927 ging dieser Teil des Kraftwerk Plessa in Betrieb und wurde an die erste 110-kV-Leitung Europas angeschlossen. Die Leistung der ersten Generatorturbine entsprach der Projektierung von Acht Megawatt. Es folgten die Kessel 1-3 sowie der Kühlturm 1. Schon 1928 wurde ein weiterer Teil des Werkes mit einer zweiten Turbine und einer Leistung von 10 Megawatt in Betrieb genommen. Ebenso wurde der Kühlturm 2 fertiggestellt. Die nächste Erweiterung stand bereits 1929 an. So wurde das Maschinen- und Kesselhaus erweitert und der Kessel 4 gebaut. 1930 folgte die Turbine 3, welche eine Leistung von 16 Megawatt hatte. 1

Sechs Jahre später, wurde erneut eine Erweiterung in Auftrag gegeben. So folgte der Abschluss des Maschinen- und Kesselhauses sowie ein Anbau für die Wasseraufbereitung. Ebenso folgte der dritte Kühlturm und einige Nebenanlagen sowie Kessel 5. 1940 wurde der Zweite Schornstein gebaut. Schließlich folgte 1942 die vierte Turbine mit einer Leistung von 20 Megawatt. 1

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Turbine 4 ausgebaut und als Reparationsleistung an die Sowjetunion übergeben. Folgend fanden ab 1950 erhaltende Maßnahmen statt und es folgte der Kühlturm 4. 1954 wurden größere Transformatoren aufgestellt. Das Kraftwerk wurde dem Gaskombinat Schwarze Pumpe zugeschlagen. 1

Noch vor der Wende, wurde am 22. Juli 1985 die gesamte Anlage unter Denkmalschutz gestellt Nach der Wende übernahm die Gemeinde Plessa gemeinsam mit der Hanseatischen Aktiengesellschaft das Werk, um weiter Strom zu produzieren. Geplant war, dass Kraftwerk auf Gasbetrieb umzurüsten. Leider scheiterte dieser Plan an zu hohen Kosten für den notwendig gewesenen Umbau. Am 14. April 1992 wurde schließlich das Kraftwerk vom Netz genommen. 1

Am 1. Januar 1996 wurde die Gemeinde Plessa alleiniger Eigentümer des Kraftwerks. Im Kraftwerk wurde die Möglichkeit für Feiern und Festivals eingerichtet. Ebenso wurde es zu einem Museum umgebaut. 1

Update 08.09.2013: Innenaufnahmen hinzugefügt.

Kommentar

Diesen Ort haben wir gleich zwei mal besucht, da beim ersten mal niemand zugegen war. Beim zweiten Besuch haben wir dann eine (für uns seltenen) Führungen mitgemacht. Und die war hoch informativ und sehr kurzweilig. Das und die neue Kamera und viel gelerntes, sorgten dann für einen neuen Stapel Bilder, diesmal aus dem Inneren. Ein wirklich schönes Kraftwerk, vielleicht etwas zu sauber, dafür aber nicht vollgestellt mit betriebsfremden Mitteln, wie Sonnenschirme von Eisherstellern und so weiter. Das können wir gar nicht ab :). Mehr zum Werk, findet man hier (Externer Link).

Galerie

Quellen

1. Wikipedia (Externer Link)

Bearbeitung

05.12.2012

11.02.2021

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