Heilstätten Grabowsee

Grabowsee, Deutschland

Titelbild

Beschreibung

Postkarte

Eingelesene Postkarte. Digital bearbeitet.

Im Jahr 1896 entstand die erste Lungenheilstätte in Norddeutschland. Sie war zunächst als Versuchseinrichtung vom „Volksheilstättenverein zum Roten Kreuz“ konzipiert, da man noch keine Erfahrungen mit derartigen spezialisierten Kliniken in der flachen Lage Norddeutschlands hatte. Bis dahin ging die Medizin davon aus, dass Erkrankungen der Lunge nur im milden Klima des Mittelmeeres oder in reiner Gebirgsluft zu heilen seien. 1

Die Anlage wurde schließlich auch erforderlich, da die Zahlt der Lungenkrankheiten im Deutschen Reich stark angestiegen war. Die Tuberkulose war es, welche die Menschen sprichwörtlich in Atem hielt. Zudem waren die Patienten dadurch  schlechter zu den bisher bekannten, weit entfernten Kliniken in den Bergen zu transportieren. 1

So standen bereits 1900 schon 200 Betten zur Verfügung. Während der vier Jahre des Ersten Weltkriegs wurde Grabowsee als Vereinslazarett vom Roten Kreuz zur Behandlung lungenkranker Soldaten genutzt. Anschließend wurden auch Kriegsgefangene hier untergebracht. Der weitere Kriegsverlauf brachte die Heilstätte jedoch in finanzielle Not und so wurde die Anstalt am 1. Juni 1920 an die Landesversicherungsanstalt Brandenburg veräußert. Diese erweiterte das Areal daraufhin ab 1929, sodass sich der Bestand verfügbarer Betten auf 420 sogar verdoppelte. Die Anlage bestand somit aus nunmehr 16 Einzelgebäuden, welche von einer Parkähnlichen Anlage mit Baumbewuchs umschlossen wurde. Mit Erfindung der heute üblichen Antibiotika, wurde diese und andere Kliniken obsolet und das Areal wurde immer weniger gebraucht. Im Zweiten Weltkrieg wurden hier verwundete Soldaten behandelt. 1

Nach dem Krieg wurde das Gelände bis 1991 von der Roten Armee der Sowjetunion als Lazarett genutzt. Es entstanden noch einige Unterkünfte und Garagen. Weiter wurde jedoch über die Zeit nicht in das Gelände investiert, sodass der Bestand nach Abzug der nunmehr Russischen Truppen stark verfallen war. Das Gelände war nunmehr ungenutzt und wurde von Metalldieben geplündert und auch Vandalismus machte nicht halt vor den Gebäuden. 1

Mittlerweile kümmert sich seit 2005 der Verein Kids Globe e. V. um das Gelände und dessen Bauten. Es ist geplant, viele Häuser zu sanieren und eine Internationale Akademie zu etablieren. 2013 haben auf dem Gelände die ersten Veranstaltungen mit Jugendlichen aus europäischen und außereuropäischen Ländern stattgefunden. 1,2

Kommentar

Ein schönes, wie aber auch etwas schauriges Gelände mit einer relativen kurzen Geschichte. Es ist zu hoffen, dass der Verein seine Ziele umsetzen kann, denn das Investitionsvolumen ist nicht gerade gering. Für die Kinder wäre es etwas besonders.

Leider habe ich nicht dass komplette Areal erfasst. Es war damals schon recht spät und einen erneuten Besuch haben wir seit dem nicht geschafft. Es steht nun auf unserer langen Liste. Anfragen wurden bisher leider nicht beantwortet.

Ich freue mich auf deine  Kommentare zum Thema.

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