Heeres Reit- und Fahrschule und Kavallerieschule Krampnitz, DE

Beitragsbild

Beschreibung

Karte

Luftbildkarte von 1953 – Quelle: Landesluftbildsammelstelle der Landesvermessung und Geobasisinformation Brandenburg

Im Jahr 1937 wurde die neue „Heeres Reit- und Fahrschule und Kavallerieschule Krampnitz“ bei Potsdam gebaut. Geplant wurde diese durch den Architekten Robert Kisch.Die Anlage unterstand General Heinz Guderian. Die bereits seit 1866 existierende Reit- und Fahrschule in Hannover nach Krampnitz verlagert.  Der Umzug erfolgte Etappenweise bereits 1937 mit dem Lehrstab und wurde 1940 vollendet. 1,2

Die Anlage bestand hauptsächlich aus  zweigeschossigen Kasernengebäuden welche an zwei Achsen geplant wurden. Der Haupteingang am Krampnitzsee war zudem mit einem Turm als Landmarke versehen. So gab es unter anderem ein Stabsgebäude,Offizierskasino, drei Offizierswohnheime, drei Fähnrichswohnheime sowie dreizehn Mannschaftsgebäude. Die geplante große Reit- und Springhalle wurde nicht gebaut. Zusätzlich gab es noch ein Kohlelager, eine Heizzentrale bzw. Heizwerk, Zwei Wirtschaftsgebäude und 9 Reithallen, von denen 15 geplant waren. Auch die geplante Aula sowie die große Turn- und Schwimmhalle wurden nicht verwirklicht. Im Südwesten der befindet sich der Bereich der Kavallerieschule für die motorisierten Einheiten mit dem markanten Torhaus (Beitragsbild oben). Dort waren unter anderem auch sechzehn Werkstatt- und Garagenkomplexe errichtet worden. Die Anlage war umzäunt und mit fünf Zufahrten versehen. Die Planungen für das Gelände wurde 1939 noch einmal verändert und sahen eine Erweiterung in Richtung Osten vor, welche jedoch nicht mehr verwirklicht wurde. Ebenso gab es eine Wohnsiedlung, welche weiter unten beschrieben wird. 1,2

Im Juni 1941 wurde der Komplex in die „Schule für schnelle Truppen“ umbenannt. Zudem wurde eine  Bomber-Täuschungs-Anlage am Fahrländer See installiert. Bereits 1943 erfolgte die nächste Umbenennung in „Panzertruppenschule II Krampnitz“, diese wurde aber Ende 1944 nach Bergen verlegt, sodass nur die berittenen Ausbildungseinheiten verblieben. Am 27. April 1945 wurde das völlig intakte Gelände kampflos von der Roten Armee eingenommen. 1,2

Die Sowjetunion nutze das Gelände fortan für die „10. Garde Ural Panzerdivision„, welche bis 1983 hier stationiert war. Später zogen noch das Flugabwehrregiment und zwei Lehr-Regimenter ein. Es wurden zudem drei Großküchen in den Komplex eingebaut. 1959 folgten mehrere Treibstofflager. 1967 wurde ein großes Wohnhaus errichtet. 1980 folgte dann eine Sporthalle. Ebenso wurden Plattenbauten als Wohnunterkünfte ergänzt. Über die gesamte Zeit der Nutzung wurden zudem mehrere Tank -, Wasch – und Reparatur-Anlagen auf dem gesamten Gelände errichtet. Auch wurde ein weiteres Heizhaus sowie eine Zentralwäscherei gebaut. Ab 1983 wurde die ehemalige Schule wieder für Ausbildungszwecke genutzt, indem hier alle sowjetischen Heereseinheiten in der DDR ausgebildet wurden. 1,2

Anfang 1989 wurden bereits erste Truppenteile zurück beordert. Zur Wende wurde der Abzug aller Truppen bis 1994 vereinbar. Tatsächlich war dieser aber bereits Ende 1991 erfolgt und das Gelände wurde am 13.11.1991 an das Bundesvermögensamt Potsdam übergeben. Es erfolgte die Beräumung von Altlasten wie z.B. Munition, Schrott oder Öl bis 1995. 2008 wurde das Gelände verkauft. Seit 2011 existiert der sogenannte Masterplan für die Schaffung eines völlig neuen Stadtteils Krampnitz mit Einbeziehung der Vorhandenen Bausubstanz und Ergänzung dieser. Stand 2016 dauern diese Planungen an. 1,2

Ergänzung 10.06.2019 – Wohnsiedlung: 1

Die Wohnsiedlung am Aasberg wurde ebenfalls von Robert Kisch geplant. Sie wurde parallel zum Aufbau der Kaserne gebaut. Der Zugang war öffentlich und nicht in die Kaserne integriert. Der Bau der Siedlung war in zwei Abschnitte geteilt, wovon nur der Erste realisiert wurde. Die „Unteroffiziers- und Arbeitersiedlung“ bestand aus einfachen Doppelhäusern welche für die verschiedenen Berufsgruppen welche die Kaserne erforderte, bereitgestellt wurden. So war vom Mechaniker, bis Gärtner alles vertreten. Am Ostrand wurden fünf größere Doppelhäuser gebaut, diese war für höhere Beamte vorgesehen, wie z.b. Zeug- und Schirrmeister. Weiter waren in der Wohnsiedlung mehrere Vier-Familien-Häuser vorhanden, welche für die Unteroffiziere nebst Familien errichtet worden waren. So waren insgesamt fast 190 Objekte realisiert worden. Im Zweiten, nicht realisierten Bauabschnitt, sollten weitere 443 Wohnungen folgen, darunter auch 42 Wohnungen für Offiziere. 1

1945 bis 1952 wurden die meisten Wohnungen geräumt. Da die Sowjetunion eigenes Personal einquartierte. Auch wurde die Siedlung nun mit einer Mauer umgeben und in den Kasernenkomplex integriert. Der für den zweiten Bauabschnitt vorgesehen Platz wurde zum DDR-Volkseigentum. Hier entstanden aber lediglich zwei neue Wohnhäuser. 1

Kommentar

Dieses Gelände sehr eindrucksvoll und vor allem groß. So hatten wir die Wohnsiedlung direkt vergessen bzw. gar nicht wahrgenommen und stießen nur durch den Beitrag (Quelle: Unten) auf diese Information. Vielleicht schaffen wir es noch, ein paar Bilder zu ergänzen, bevor das Gelände, dankenswerter Weise endlich saniert und mit Leben beaufschlagt wird.

Galerie

Quellen

1. Der Potsdamer 1 & 2 (Externer Link)

2. Wikipedia

Bearbeitung

11.11.2011

10.02.2021

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