Fliegertechnische Schule der Luftflotte 1 – Höhere Fliegertechnische Schule

Deutschland

Beschreibung

Bereits 1933 begann in einem Waldabschnitt die Bauaktivität zur späteren reichsweit bisher einzigartigen Schule. Zunächst wurden vorläufig eingeschossige Baracken errichtet. Die Schule hiess zunächst „Technische Schule der Deutschen Verkehrsfliegerschule GmbH„, der Name wurde zur Verschleierung der militärischen Absichten gewählt. Ab dem 01. März 1935 wurde sie in „Fliegertechnische Schule der Luftflotte 1“ umbenannt. Hier wurden nun bis zum Kriegsende, Spezialisten für verschiedenste Flugzeug- und Waffentechnik in den Mannschafts- und Unteroffiziersrängen ausgebildet. 1,2,3

Vermutlich gegen 1934/35 wurde, unter Leitung des Architekten Werner March,(Nicht belegt (1)) dass noch heute erhaltene Bauensemble errichtet. Es bestand zuletzt aus 24 einzelnen roten gelben Backsteingebäuden und Einrichtungen. Unter anderem gab es vier Unterkuftsgebäude, Höhrsaal, Labore und Unterrichtsgebäude, Küche und Speisesaal, Verwaltung, Lehrwerkstatt mit Windkanal, Tankstelle, Wache, Heizhaus, Sportplatz mit Sporthalle und Schwimmbecken sowie Garagen. Von oben betrachtet, sah die Anlage einem Flugzeug ähnlich. Das Heizhaus war zudem dass modernste seiner Art in Europa. Ausgerüstet mit fünf Kesselanlagen wurde das Heizhaus über ein Förderband vom Kohlelager außerhalb des Geländes versorgt. Das Hörsaalgebäude besaß, ebenso sehr modern, bereits eine Fußbodenheizung. 1,2,3

Nach dem Überfall Polens 1939 und der Erweiterung des Deutschen Reiches, wurde 1940 die Fliegertechnische Schule nach Warschau verlegt. Mit dem freiwerden der Anlage, zog nun die „Höhere Fliegertechnische Schule“ ein, welche vor in Berlin-Adlershof ihren Sitz hatte. So wurden nun höherrangige Militärtechniker mit Ingenieurs- bzw. Meisterabschluß ausgebildet und Rüstungsforschung betrieben. Kriegsgeschädigte wurden hier ebenfalls zu Fachleuten der Luftrüstung umgeschult. In Zusammenarbeit mit dem Luftzeugamt Waldlager, wurden zudem Metallflugzeugbauer, Flugzeugmotorenbauer, Flugzeug(-fein)mechaniker und Flugzeugelektriker ausgebildet. Rüstungsforschung fand natürlich ebenso statt. Unter anderem wurde in einem extra gesicherten Spezialgebäude (Nr. 26, Abgerissen) an der Jägergroßsteuerung geschult, Blindflugverfahren getestet, Umrüstung der Jäger JU 88 wurde zum Strurzkampfbomber getestet und die Instrumente für Nachtflugverfahren umgerüstet. – Den Zweiten Weltkrieg, überlebte die Anlage ohne schwere Schäden. 1,2,3

Am 20. April 1945 wurde das Gelände kampflos von der Roten Armee eingenommen. Das Gelände wurde dann als Ausbildungsstätte für Sowjetische Panzer- und Artillerieoffiziere genutzt. Auch eine Truppe für Chemische Kampfführung sowie eine KGB-Einheit soll stationiert gewesen sein. Durch den hohen Geheimheitsgrad, sind viele Details aus dieser Zeit kaum vorhanden oder belegbar. Die Anlage soll zudem in zwei Teile getrennt worden sein, durch die auch eine Mauer führte. Die Trennung wurde auch durch unterschiedliche Anstriche, Gelb und Grau, sichtbar gemacht. Teilweise wurde die ursprüngliche Nutzung einzelner Gebäude dadurch auch komplett geändert. So wurde die Lehrwerkstatt z.B. zur Sporthalle umfunktioniert, während das Hörsaalgebäude als Kasino, Kulturhaus und Kino diente. 1,3

Mit der Wende wurde der Komplex aufgegeben. Bis Ende 1992 wurde alle Truppen und Gerät abgezogen und das Gelände an die zivilen Behörden übergeben. Seit dem steht die ehemalige Schule mit seinen Gebäuden leer, da sich bisher keine funktionierenden Nutzungskonzepte gefunden werden konnten. Das komplette Gelände steht nun unter Denkmalschutz. 1

 Update 02. Februar 2021: Inhalte korrigiert.

Lageplan

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1

Hauptwache

2

Kesselhaus mit Heizzentrale

3

Tankstelle

4

Hörsaalgebäude

5

Stabsgebäude

6

Unterkunft

7

Unterkunft

8

Speisesaal & Küche

9

Unterkunft

10

Unterkunft

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Technische Verwaltung

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Verwaltung

13

Lehrwerkstatt

14

Unbekannt

15

Unbekannt

16

Appellplatz

17

Unbekannt

18

Schwimmbad

19

Umkleide

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Sporthalle

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Sportplatz

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Geschossfangkorb

der

Versuchsschießanlage

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Unbekannt

24

Unbekannt

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Fahrbereitschaft

Garagen

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Luftwaffen-

forschungsstelle

(Kreuzbau)

Lage ursprünglich weiter Südlich

Wurde 2020 abgerissen

27

Trafostation

Kommentar

Ein fantastisches Gelände mit einer einzigartigen Architektur. Sowas darf einfach nicht verfallen.

Ich werde bei Gelegenheit noch einmal neuere Bilder machen um mehr Details aufzunehmen. Ebenso fehlen noch einige Innenansichten. Es fehlen auch noch ein paar Informationen in der interaktiven Karte, wer dort mehr weis, nur her damit :).

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1. Diplomarbeit Robert Conrad (Offline) – 2. St. Barbara e.V.  – 3. Wikipedia

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