FDJ-Jugendhochschule Wilhelm Pieck am Bogensee

Beschreibung

Quelle: http://jhs-wilhelm-pieck.de

Die Geschichte der FDJ-Jugendhochschule beginnt auf dem Gelände des Waldhof am Bogensee. Nachdem die Militärangehörigen der Sowjetunion am 27. Februar 1946 das Areal verlassen hatten, wurden das Gelände und die Gebäude des Waldhofes Anfang März 1946 an den Provinzialjugendausschuss übergeben. Kurz darauf wandte sich Erich Honecker, an die Sowjetische Militäradministration in Deutschland (SMAD) mit der Bitte um Einrichtung einer zentralen Jugendleiterschule. Dem Vorhaben stimmte man zu und das Zentrale Organisationskomitee der Freien Deutschen Jugend (FDJ) wurde im April 1946 eingerichtet. Der Name der Schule lautete vorerst (weiterhin) Waldhof am Bogensee. 1

Im ehemaligen Landhaus wurde ein Konsum, Friseur und ein Kindergarten eingerichtet. Auch der Direktor der Schule wurde hier untergebracht. Im Mai 1946 fand bereits der erste Lehrgang statt. Zu den ersten Dozenten gehörte Wolfgang Leonhard. 1950 wurde der Waldhof umbenannt. So entstand die FDJ Jugendhochschule „Wilhelm Pieck“. Dieser war der erste Präsident der Deutschen Demokratischen Republik. 1

Am 16. Oktober 1951 wurde der Grundstein für die Erweiterungsbauten der Hochschule gelegt. Es entstanden ein Lektionsgebäude, Wohnhäuser und ein Gemeinschaftshaus im Stil des Sozialistischen Klassizismus sowie Frei- und Grünflächen. 1

Zunächst kamen die Schüler aus allen Teilen Deutschlands, später empfing die Jugendhochschule immer mehr Jugendliche aus den befreundeten sozialistischen Ländern Und ab 1970 auch Studenten aus kapitalistischen Ländern. Im Lektionsgebäude wurde daher die zweitgrößte Simultananlage der DDR mit 18 Fremdsprachenkabinen und 560 Sitzplätzen eingerichtet. Im Jahr 1980 folgten noch weitere Neubauten, wie eine Sporthalle, ein Heizhaus und ein weiteres Wohnhaus. Im ehemaligen Waldhof, wurde ein repräsentatives Restaurant eingebaut. 1981 fand zudem die Pressekonferenz des Bundeskanzlers Helmut Schmidt während seines Besuchs in der DDR in der Jugendhochschule statt. 1

Die Jugendhochschule wurde mit der Wende in der DDR von der Treuhandanstalt abgewickelt, und das gesamte Gelände fiel wieder an das Land Berlin als Eigentümer. Mitte Juni 1990 fand dort die später „Bogensee-Konferenz“ genannte, Zusammenkunft statt, die den Verkauf der DDR-Energiebetriebe an die großen westdeutschen Stromkonzerne besiegelte. 1

Zunächst zog der gemeinnützige Internationale Bund für Sozialarbeit als Nutzer ein. Nun wurden Jugendliche für die Sozialarbeit ausgebildet, ein Gebäude diente auch als Hotel. Bereits 1991 bis 1999 folgte das Internationale Bildungszentrum (IBC). Seither stehen die denkmalgeschützten Gebäude leer und sind dem Verfall preisgegeben. Verkauf und Vergabe scheiterten bisher an mangelnden Nutzungskonzepten, welche zudem immer den ganzen komplex umfassen mussten. 1

Im Januar 2015 gründete sich ein Förderverein zum Erhalt der Gebäude. Die Beschlüsse der Stadt Berlin nach 2015 sehen jedoch vor, dass das Areal nicht verkauft wird. Denn es befürchten die Verantwortlichen, dass nach Ablauf der gesetzlich auf zehn Jahre festschreibbaren Nutzung im Kaufvertrag rechtsextremistische Gruppen über vorherige Strohmänner als Nutzer in Erscheinung treten könnten. Darum wird der Abschluss eines langfristigen Pachtvertrages angestrebt. 1

Kommentar

Als ich das erste mal hier her kam, es war 2013, hat es mich bald umgehauen. Den Baustil fand ich in Berlin schon hoch interessant. Ich war ursprünglich wegen dem Waldhof hier und dann entdeckte ich diesen Komplex direkt um die Ecke. Mitten im Wald. Wahnsinn!

Leider konnte ich noch keine Bilder vom inneren bekommen, da entweder niemand da war, oder wenn da nur ein gewisser Anbieter, den ich absolut nicht unterstützen möchte. Ich bleibe aber dran. Denn was man bei der Suchmaschine eurer Wahl alles sehen kann, muss ich unbedingt selbst erleben.

Galerie

Quellen

Bearbeitung

29.03.2013

16.02.2021

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