Dresdner Hofbrauhaus – Dresden,DE

Beschreibung

Dresdner Hofbräuhaus (Digital vergrößert, bearbeitet) 1

Nach der Aufhebung des Bierzwanges und Einführung der Gewerbefreiheit in Dresden, ließ Ewald Bürstinghaus 1872 das damalige Hofbrauhaus im Stadtteil Cotta errichten. Bereits um 1900, waren 250 Arbeiter in der Brauerei beschäftigt. Die Brauerei bestand aus einem Langgestreckten Brauereigebäude, Kesselhaus, Lager- und Nebenflächen sowie einer später einer Gaststätte. Im August 1872 wird die offizielle Bezeichnung „Hofbrauhaus Aktienbrauerei und Malzfabrik zu Dresden“ im Handelsregister vermerkt. Im November 1874 wird eine eigene Mälzerei in Betrieb genommen und man beginnt ein „schweres und dunkles“ Bier zu brauen.1913 zählte das Hofbrauhaus zu den 100 größten Brauereien in Deutschland. 1,2

Der starke Konkurrenzkampf der 31 Brauereien in Dresden führte mit dem herrschenden Rohstoffmangel im Ersten Weltkrieg zu wirtschaftlichen Schwierigkeiten, welcher den Brauereibetrieb 1921 versiegen ließ und das Werk schließen musste. Kurz darauf schloss 1922 auch die „Hofbräu-Schänke“, eine dazugehörige Gaststätte. 1,2

Ab 1935 wurde die „Hugo Morgenstern – Blei und und Zinngießerei“ von der Hechtstraße 57 auf das ehemalige Brauhausgelände verlegt und firmierte ab 1940 als „Hugo Morgenstern – Blei-, Zinn- und Leichtmetallwerk“. Das Werk bleib von den Bombenangriffen im Zweiten Weltkrieg verschont, wurde jedoch als Reparationszahlung 1945 demontiert. Die Löschung aus dem Handelsregister erfolgte erst Ende 1954, der Schriftzug war aber noch bis zum Abriss der Gebäude zu erkennen. 1,2

Das Gebäude wurde zum Wohnhaus umgebaut, jedoch auch von Gewerbetreibenden genutzt. Es siedelte sich in einem Teil der „VEB Chemiehandel Dresden“ mit einer Filiale an. Es gibt keine konkreten Quellen, ob der ehemalige Hugo Morgenstern Betrieb nun als VEB Blei- und Zinnwerk Dresden weiterarbeitete oder ob er 1945 nur umbenannt aber demontiert wurde. Am Standort sollen auch Klaviere der Gebr. Zimmermann Leipzig produziert worden sein. 1,2,K1

Nach der Wende wurde 1993 ein Teil der Gebäude auf des Westseite abgerissen und eine Tankstelle errichtet. Weitere Teile fielen 1995. Im Jahr 2008 wurden schließlich die restlichen Gebäude zugunsten eines Einkaufsmarktes abgerissen. Der Brauereibrunnen und einer der markanten Schornsteine blieben jedoch erhalten. Seit 2011 nach eröffnung des neuen Marktes wird zudem ein Pils angeboten, welches in Originalrezeptur im Auftrag wieder hergestellt wird. Es nennt sich Dresdner Hofbrauhaus Pils. 1,2

Update 22. Februar 2021: Information aus einem Kommentar ergänzt (siehe unten).

Kommentar

Dieser Ort war quasi ein Walk-In, denn ich wohnte genau gegenüber. Das Haus ist sogar auf dem historischen Bild sichtbar. Zudem war es einer meiner ersten Objekte.

Die alten Gemäuer zogen mich magisch an. Leider war es nicht möglich, konkrete Innenaufnahmen zu machen, da dass Haus von Mitarbeitern der Abrissfirma bewohnt wurde und diese keine Aufnahmen wünschten.

Schön ist, dass nicht alles weggerissen wurde und der Markt zudem durchaus für eine Urbanisierung gesorgt hat. Die Weiterführung des Bieres ist natürlich auch eine schöne Sache. Ob es schmeckt…?

Galerie

Quellen

1. Dresdner-Stadtteile & 2 (Externer Link)

2. Dresdner-Hofbrauhaus (Externer Link)

K1. Kommentar-Eintrag (siehe unten)

Bearbeitung

23.04.2009

22.02.2021

Kommentare

2 Kommentare
  1. Ralf Lippold sagte:

    Vielen Dank für die hervorragende Dokumentation dieses nicht mehr existierenden Denkmals Dresdner Industriegeschichte.
    Meine Frau stieß mehr zufällig über ein Klavier der Marke „Gebr. Zimmermann Leipzig“, das in einem Instagram-Post über Kamelien zu finden war. Dieses Unternehmen produzierte zeitweise auch im ehemaligen Hofbräuhaus Dresden in Cotta Klaviere.

    Antworten
    • Werk32.NET sagte:

      Hallo und herzlichen Dank:). Das mit den Klavieren hatten wir tatsächlich schon mal gehört, konnten aber keinen Beleg dafür finden. Der wäre damit ja gegeben. Ein großes Dankeschön dafür.

      Antworten

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