Batterie Vineta

Wollin, Polen

Beschreibung

Schnitt eines Kampfbunkers mit Geschütz 2

Die Geschichte des Komplexes beginnt in den dreißiger Jahren des letzten Jahrhunderts. Um den Kriegsmarinestützpunkt effektiv zu verteidigen, beschloss das deutsche Kommando, eine Küstenartillerie-Batterie zu bauen, welche mit 15-cm-Kanonen ausgerüstet werden sollte. Der Bau begann im Jahr 1936. Bereits 1939 fand der erste Probeschuss statt und die Batterie nahm anschließend den Betrieb auf. Sieben Stahlbetonunterstände, Kasernengebäude, Straßen und die notwendige technische Infrastruktur wurden gebaut.

Die wichtigsten Objekte der Batterie waren vier Kampfbunker. Auf jedem von ihnen wurde ein 15-cm-Geschütz platziert. Ein einzelnes Geschütz wog bereits 8 Tonnen, Die Reichweite dieser betrug etwa 20 km. Der zweistöckige Kommandobunker war mit einer Reihe gepanzerter Kuppeln versehen, welche mit optischen Instrumenten bestückt waren. Der Maschinenraum und das Munitionslager befinden sich am östlichen Rand der Batterie. Feuerleitstand war der ursprünglich für die Batterie Goeben vorgesehene Kommandobunker in der „Glocke“. Während des Krieges wurden die Batterien zudem mit einem FuMo 214 Würzburg-Riese-Radar ausgestattet (Bild unten). 1

Ab 1941 war die Batterie Vineta eine Ausbildungsstätte für die Landartilleristen der Kriegsmarine. Im März 1945 unterstützte die Batterie die deutschen Truppen verteidigte die Landenge Dziwnów-Dziwnówek. Die Einrichtung musste im April 1945 aufgegeben werden. 1

Der Komplex wurde am 5. Mai 1945 von den Sowjets besetzt. Bis Dezember 1945 wurde die wertvolle Ausrüstung abgebaut und erst im Januar 1946 an die polnische Armee übergeben. Diese hatte zunächst aber keine Verwendung dafür. In den 1950er Jahren wurde beschlossen, die Batterie in einen Ersatzkommandoposten für die höchsten Militärbehörden der polnischen Armee umzuwandeln. Die erste größere Modernisierung fand um 1955 statt. Das gesamte Gelände wurde mit Feldbefestigungen und Flugabwehrartillerie, einer Mörserbatterie, schweren Maschinengewehrstellungen und zwei Verstecken für T-34-Panzer ausgestattet. 1

FuMo 214 Würzburg-Riese-Radar 2

Im Jahr 1965 wurde weiter ausgebaut. Alle Unterstände wurden mit Kilometerlangen unterirdischer Tunnel verbunden. Die Ausstattung der Bunker wurde ebenfalls modernisiert, indem eine Telefonzentrale, ein Funkempfangszentrum, ein Offiziers-Kasino und eine chemische Verteidigungsanlage eingerichtet wurden. Eine unterirdische Stadt wurde geschaffen. Der erweiterte Komplex sollte als Ausweichführungsstand des Kommandanten der polnischen (Küsten-) Front dienen. In den 1980er Jahren wurde es zum Reserve Kommandostand der polnischen Marieneführung. 1

Nur wenige – hauptsächlich die höchsten Offiziere – wussten von dem geheimen Kommandoposten. Es war eines der streng gehütesten Geheimnisse des „Kalten Krieges“. Die letzten Übungen, an denen der Komplex teilnahm, waren die „Piranha“ -Manöver 1995. Danach wurde der Komplex stillgelegt, da dieser nicht länger benötigt wurde. 1

Im Jahr 2013 konnte das Objekt für die Öffentlichkeit geöffnet werden. Es wurde ein Museum mit Führungen eingerichtet. 1

Kommentar

Ich bin ja persönlich kein Fan von Führungen und gerade in Deutschland sind diese meist eher maximal Kommerziell ausgerichtet mit geringer Gegenleistung. Meist fehlt dann auch die Hälfte oder es wurde „zu Sauber“gemacht. Hier war es anders, auch wenn der Andrang sehr groß war und die Führung in Polnisch stattfand, wurde den Fotografen-Nachzüglern :) genug Zeit eingeräumt, Fotos zu machen. Kein Raum war verboten. So konnte ich dieses hoch interessante Objekt für dich ablichten und folglich den Besuch nur empfehlen. Die Webseite des „Museums“ findest du in den Quellen.

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1. Ausführliche Notizen vor Ort – Webseite des Museums – 2. Bilder vor Ort abgelichtet (bearbeitet).

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