Adolf Bleichert & Co., Fabrik für Drahtseilbahnen

Leipzig, Deutschland

Beschreibung

Adolf Bleichert  2

Die Adolf Bleichert & Co., war eine Fabrik für Drahtseilbahnen und wurde 1881 errichtet. Besitzer war Adolf Bleichert, welcher zusammen mit seinem Schwager Peter Heinrich Piel die Firma 1876 gründete. Zunächst jedoch bis 1881 in einem anderen Stadtteil. Spätestens zum Beginn dieser Geschichte, war die Firma bereits eine Institution im Seilbahnbau, welches die Vergrößerung nötig machte. Und dies für eine Firma, mit nur 90 Mitarbeitern. 1

1895 wurde die Produktion unter anderem um Kräne, Verladeanlagen und Elektrohängebahnen erweitert. Ab 1901 sogar als eigene Firmierung, die Bleichert Transportanlagenbau GmbH. Als Adolf Bleichert im selben Jahr verstarb, hatte sein Unternehmen mittlerweile mehr als 1000 Seilbahnen hergestellt. Seine Söhne Paul & Max führten das Geschäft fort. 1

Zum Ersten Weltkrieg, erfolgte die Produktion fast nur noch für das Inland, da fast alle Geschäftsverbindungen ins Ausland verloren gingen. Zu dieser Zeit stellte man nun Feldseilbahnen her, welche als eine Art Baukastensystem konstruiert wurden. 1

Nach dem Ersten Weltkrieg wandelte sich das Geschäft erneut. Luftseilbahnen zur Personenbeförderung waren nun die treibende Arbeit. Mittlerweile hatte sich die Fabrik zur ältesten und größten Fabrik für Drahtseilbahnen gemausert. Welches auch so kommuniziert wurde. 1920 folgte ein neues Werk in einem anderen Stadtteil, welches jedoch ab 1924 zur Risikominderung als Adolf Bleichert & Co. Personen-Drahtseilbahnbau GmbH firmierte und 1928 durch die Bleichert Kabelbagger GmbH und entsprechend neue Produkte ergänzt wurde. Ab 1925 folgte zudem ein neues Produkt, der Bleichert Stromwagen. Dies waren umgebaute LKW mit 1,5t und später 7t Nutzlast welche elektrisch fuhren. Mittlerweile arbeiten 3200 Menschen in den Betrieben. 1

Die Weltwirtschaftskrise ab 1929 traf den Betrieb hart. Die Aufträge sanken und die Adolf Bleichert & Co., mittlerweile als AG firmierend, musste Konkurs anmelden. Da dass Wissen nicht verloren gehen sollte, wurde am 23. Juni 1932 die Auffanggesellschaft Bleichert-Transportanlagen GmbH gegründet. Welche jedoch nicht mehr im Besitz der Familie Bleichert war. Das Unternehmen hatte nunmehr nur noch 169 Mitarbeiter und wurde dann an die Stahl- und Seilehersteller Felten & Guilleaume verkauft. Man führte die Produktion jedoch fort. Es folgte der Aufbau neuer Seilbahnen und zudem den ersten Schlepplift in Davos  (Schweiz) um 1934, dem weitere Orte folgten. 1936 wurde sogar ein Cabriolet mit Elektroantrieb hergestellt, welches bis 1939 gefertigt wurde. 1

Im Zweiten Weltkrieg, wurde die Fabrik in die Rüstungswirtschaft einbezogen und stellte Granathülsen her. Dadurch kam es zum Ende dessen, zu schweren Beschädigungen durch Bombenabwürfe der Alliierten Streitkräfte. 1

Nach dem Kriegsende 1945 blieb der Betrieb von Demontagen verschont und wurde wieder instand gesetzt. Man begann Ersatzteile für Krane, aber auch andere Kleinteile, wie Handwagen, Spaten und Hacken herzustellen. 1946 firmierte das Werk als Bleichert Transportanlagen Fabrik SAG Nummer 22. Der Betrieb diente der Erfüllung von Reparationsleistungen an die Sowjetunion und produzierte nun Kabel- und Autokrane, Verladebrücken, Frässchaufler, Kugelschaufler und Elektrokarren und bald auch wieder Drahtseilbahnen. 1950 hatte das Unternehmen mehr als 4000 Beschäftigte. 1953 ging der Betrieb in DDR-Volkseigentum über und firmierte nun als  VEB Schwermaschinenbau Verlade- und Transportanlagen und ab 1973 als VEB Verlade- und Transportanlagen Paul Fröhlich. Der Name Bleichert war nun Geschichte und wurde nicht mehr fortgeführt. 1

Mit dem Ende der DDR endete die Geschichte der ehemaligen Adolf Bleichert & Co. 1991 wie viele andere Betriebe in der Liquidation. Seither stehen die Werkhallen leer. Ein Teil davon, steht nun unter Denkmalschutz. 1

Kommentar

In den leeren Hallen und Büros, kann man noch heute die Tradition und die Geschichte erahnen. Doch endete ein ehemals führender Betrieb in der Liquidation, wie so einige (durchaus erfolgreiche) Betriebe zu dieser Zeit. Dabei ist es nicht nur Schade um die Gebäude mit Ihren seltsamen Teppengängen im Außenbereich und den beeindruckenden Weiten der Hallen, sondern auch der Verlust an Wissen und Können, welcher damit einher geht. Mich beeindruckte die schweigende Situation vor Ort jedenfalls sehr. Ich kann dir noch den sehr ausführlichen Wikipedia Artikel empfehlen, welcher in den Quellen verlinkt ist.

Und übrigens, ein echtes Bleichert Original hängt immer noch im Werk. Hoffentlich noch sehr lang.

Ich freue mich auf deine  Kommentare zum Thema.

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1. Wikipedia  – 2. Wikimedia Commons (Bild wurde bearbeitet) 

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